Kontopfändungsschutz beschlossen

Der Bundestag hat ein Gesetz beschlossen, das Schuldnern den Schutz ihres Kontos erleichtert. Durch die Umwandlung eines Girokontos in ein Pfändungsschutzkonto (P-Konto) kann ein Teil des Geldes vor den Gläubigern geschützt werden.

In der Vergangenheit wurde ein Konto bei einer Pfändung stets für den Inhaber gesperrt. Somit war dieser vom bargeldlosen Zahlungsverkehr abgeschnitten und konnte nicht einmal mehr regulär notwendige Zahlung wie Miete oder Strom- und Wasserkosten problemlos ausführen. Diese unangenehme Situation kann ab nächstem Jahr, wenn das neue Gesetz in Kraft tritt, vermieden werden. Kontoinhaber können ihre Bank dann bei drohender Pfändung beauftragen, das bestehende Girokonto kostenlos und sofort in ein P-Konto umzuwandeln.

Schutzschirm vor Gläubigern

Auf diesem Konto besteht ein gesetzlicher Schutz für einen Betrag von bis zu 985,15 €, wobei sich die Grenze um einige hindert Euro pro zusätzlicher im betroffenen Haushalt lebenden Person erhöht. Der Inhaber kann über diesen Betrag frei verfügen und somit seine grundlegenden Zahlungen weiterführen. Auch für Selbstständige ist diese Regelung von großem Wert, da sie bei Schuldenproblemen so ihre wichtigsten Geschäfte aufrecht erhalten können und nicht sofort Insolvenz anmelden müssen.

Kein Bonitätsargument

Das Pfändungsschutzkonto darf für eine Bonitätsprüfung nicht direkt verwendet werden. Diese Regelung muss die Schufa zukünftig beachten, wenn sie Instituten eine Kreditwürdigkeitsempfehlung erstellt. Es darf ihnen zwar mitgeteilt werden ob die betreffende Person Inhaber eines solchen Kontos war oder ist, aber es ist der Schufa strikt untersagt, dies als Argument pro oder contra einer Kreditvergabe einzusetzen.

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