Vorsicht bei Kreditkarten

Angesichts der stärkeren Verbreitung sogenannter “echter” Kreditkarten in Deutschland warnen Finanzexperten vor den Risiken der Karten. Sie stelle oft eine regelrechte Schuldenfalle dar, berichtet die “Welt”.

In Amerika hat das System des “Abstotterns”, das bei den echten Kreditkarten angewendet wird, bereits großen Schaden angerichtet. Dort war die Methode sehr weit verbreitet und stürzte viele private Haushalte in den finanziellen Ruin. Grund hierfür sei die unübersichtliche Schuldengestaltung sowie auch fehlende Transparenz bei den Abrechnungen, so die “Welt”. Bei regulären Kreditkarten würde der über die Kreditkarte bezahlte Betrag zeitnah und komplett vom Konto abgebucht. Das “Revolving”-System hingegen, bei dem am Monatsende nicht abbezahlte Schulden auf einem separaten Kreditkonto gelagert werden, sei genau deswegen so gefährlich. Denn die Zinsen auf dem Kreditkonto können in einigen Fällen durchaus bis zu schwindelerregenden 20 Prozent betragen. Dadurch steige der Schuldenberg in ungeahnte Höhen, die irgendwann nicht mehr abzubauen seien, warnen Experten: Man könne “immense Schulden anhäufen, ohne dass man es merkt”, warnt ein Sprecher des IFF gegenüber der “Welt”.

Gesetzesentwurf begünstigt Verbreitung

In Deutschland musste für eine Vergabe einer echten Kreditkarte bislang eine Bonitätsprüfung durch das jeweilige Institut oder die Schufa erfolgen, wodurch eine unbemerkte Überschuldung vermieden wurde. Eine neue EU-Richtlinie könnte dies jedoch ändern: Der deutsche Gesetzesentwurf sieht nach Informationen der “Welt” vor, dass Anbieter auch ohne Banklizenz echte Kreditkarten vergeben könnten. In diesem Fall würde “die echte Kreditkarte gerade für Menschen, die sonst keinen Kredit mehr bekommen, eine große Falle” darstellen. Daher raten die Experten von der “Revolving”-Kreditkarte ab und empfehlen denen, die so bereits Schulden angehäuft haben, diese möglichst rasch abzubauen.

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