Pfändungsschutzkonto als Kostenfaktor

Was anfangs für viele als die Rettung schlechthin galt, wird jetzt zum weiteren Kostenfaktor: das Pfändungsschutzkonto (P-Konto) ist in Kraft getreten und fällt immer mehr durch unliebsame Kosten für die ohnehin in finanzielle Schwierigkeiten geratenen Abnehmer auf. Kreditinstitute verlangen inzwischen überhöhte Gebühren für ein P-Konto. Verbraucherschützer kämpfen nun dagegen an.

Der Schuss scheint derzeit nach hinten loszugehen
“Damit wird der Wunsch zur Vereinfachung für die Schuldner einfach konterkariert”, so Christina Beck, Referentin für Schulden und Insolvenz beim Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV). Und Recht hat sie. Das P-Konto wurde in Jahrelanger Ausarbeitung entwickelt und letzten Endes durchgesetzt, genau um denjenigen zu helfen, die finanzielle Engpässe kennen und für die die Pfändung des Kontos den endgültigen Ruin darstellt. Durch ein derartiges P-Konto sollte Verbrauchern ein monatliches Existenzminimum von 985,15 Euro zustehen, mit dem sie Kosten für Miete und Nahrung decken könnten und nicht noch weiter in die Schuldenfalle abrutschen.

Kritische Stimmen werden laut
Anfangs lobten sowohl die Verbraucherzentrale als auch das Volk diesen Gesetzesentwurf als „Meilenstein“ und „Innovation“. Schon heute – sechs Tage nach in Kraft treten des Gesetzes – werden kritische Stimmen laut, dass die für ein P-Konto erhobenen Gebühren zu teuer und der Idee, die hinter dem P-Konto steckt, widersprüchlich seien. Zwölf bis 15 Euro sollen Kunden in finanzieller Schieflage für den erhöhten Aufwand bei den Banken monatlich zahlen. Es sei zwar faktisch richtig, dass durch die Einrichtung und Gewährung eines solchen Kontos erhöhte Bearbeitungszeiten nötig wären, allerdings können sich diejenige, für die das P-Konto gedacht ist einen derartigen Schutz nicht mehr leisten. Verbraucherschützer verurteilen Banken, dass sie durch die Erhebung hoher Gebühren unliebsame Kunden loswerden wollen.

Zu diesem Problem hat sich nun auch Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner eingeschaltet, die die Banken ermahnen möchte und Kreditinstitute dazu auffordert, das neue Konto kostenfrei anzubieten oder zumindest keine Aufschläge zur normalen Kontoführungsgebühr erhebt. Wir werden also sehen, wie sich der Fall in den nächsten Wochen und Monaten entwickelt.

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